Die Welt außerhalb des Hörsaals kann bereits vor Abschluss des Studiums locken – nicht nur vor der eigenen Haustür, sondern wortwörtlich weltweit. Je nach Studiengang, individuellen Wünschen oder Plänen eignen sich Praktika und Sprachassistenzen, um die im Studium erlernten Kompetenzen in der Praxis anzuwenden. Dabei sammeln Sie wertvolle Erfahrungen, lernen neue Kulturen kennen und knüpfen internationale Kontakte.
Auf ins Abenteuer Ausland! Wer weiß, vielleicht legen Sie damit den Grundstein für eine internationale Karriere?
Berufspraxis ist nicht gleich Berufspraxis und kann im Ausland vielfältig gestaltet werden. Grundsätzlich wird zwischen folgenden zwei Formen unterschieden: Praktikum und Sprachassistenz/Schulpraktikum im Ausland. Je nachdem wofür Sie sich entscheiden, gelten verschiedene Voraussetzungen, Bewerbungsformalitäten und Fördermöglichkeiten.
Praktika kennen Sie bereits aus Ihrer Schulzeit oder Ausbildung. Hierdurch konnten Sie wertvolle berufliche Erfahrungen sammeln und einzelne Berufsfelder näher kennen lernen. Ein Auslandspraktikum bietet Ihnen genau das, jedoch haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, sich international zu vernetzen und Ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.
Sammeln Sie Unterrichtserfahrung und lernen Sie neue Unterrichtsmethoden internationaler Kolleg*innen kennen!
Als angehende Lehrkraft möchten Sie sicherlich auch erfahren, wie Unterricht im Ausland aussehen kann. Hierfür bietet sich entweder eine Sprachassistenz oder ein Schulpraktikum an. Die Aufenthaltsdauer und die jeweiligen Aufgaben variieren je nach Land und Programm. In der Regel verbringen Sie ca. 6-12 Monate im Ausland und unterstützen einzelne Lehrkräfte im Deutschunterricht.
Primär richten sich Sprachassistenzen und Schulpraktika an Lehramtsstudierende sowie Studierende von Sprachen, je nach Programm und Zielland können aber auch Studierende anderer Studiengänge teilnehmen.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, einen Praktikumsplatz im Ausland zu finden. Neben den gängigen Jobsuchmaschinen und -netzwerken können Sie das JGU Job-Portal nutzen. Dort finden Sie nicht nur Angebote nationaler, sondern auch internationaler Unternehmen und Institutionen.
Erfahrungsberichte von ehemaligen Praktikant*innen, freie Praktikumsstellen sowie viele hilfreiche Tipps finden Sie beim EU-ServicePoint. So können Sie einfach bestehende Angebote vergleichen und sich bei der Wahl Ihres Auslandsaufenthaltes unterstützen lassen.
Ein besonderer Weg zum Praktikum kann auch über das internationale FORTHEM-Netzwerk der JGU führen. Hierdurch stehen Ihnen spannende Erfahrungen in acht europäischen Ländern offen.
Viele Informationen zum Auslandspraktikum bietet die Webseite des DAAD. Dort können Sie sich nicht nur zu praktikumsvermittelnden Organisationen informieren, sondern sich auch einen Überblick über etwaige Fördermöglichkeiten verschaffen.
Sollten Sie Ihr Wunschziel bereits kennen, können Sie direkt nach Angeboten der dort ansässigen Unternehmen und Institutionen suchen. Für aktuelle Praktikums- und Stellenangebote abonnieren Sie einfach unseren Newsletter.
Zusätzlich bieten viele Institute und Seminare, aber auch Fachschaftsräte der JGU ähnliche Angebote rund um Praktika im Ausland an.
Es gibt so viele Möglichkeiten: Informieren Sie sich umfangreich, es lohnt sich!
Sprachassistenzen und Schulpraktika sind für Lehramtstudierende oft vorgeschrieben, besonders für Studierende der modernen Fremdsprachen. Alternativ können Lehramtsstudierende aller Fächer (!) ein Schulpraktikum im Ausland absolvieren.
Folgende Institutionen und Organisationen haben sich auf die Vermittlung von Sprachassistenzen und Schulpraktika spezialisiert:
• GET Across Borders
• Direct Exchange des Obama Instituts der JGU
• Fremdsprachenassistenzen des PAD
• Lehramt International
• Schulwärts
• Kulturweit Freiwilligendienste
• Lehramt.International: Auslandspraktika für Lehramtsabsolvent*innen
Durch unterschiedliche Stipendien und Fördermöglichkeiten können Sie finanzielle Unterstützung erhalten und Ihrem Traum vom Auslandsaufenthalt einen Schritt näherkommen.
Möchten Sie ein Praktikum im Ausland absolvieren und haben bereits die Zusage für einen Platz, stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung, um Ihren Aufenthalt zu finanzieren:
- DAAD – RISE
Für Studierenden der naturwissenschaftlichen Fächer bietet der DAAD Forschungspraktika in Natur- und Lebenswissenschaften an ausländischen Hochschulen. Weltweit werden Praktika mit einer Laufzeit von 1,5 bis 3 Monaten angeboten. Finanziert wird eine monatliche Stipendienrate, eine Reisekostenpauschale und Versicherungen.
- DAAD – Carlo-Schmid-Programm
Gefördert werden Praktika in internationalen Organisationen und EU-Institutionen für vier bis sechs Monate (Programmlinie A) oder vier bis acht Monate (Programmlinie B). Die monatlichen Stipendienraten sind je nach Zielland festgelegt. Das Programm richtet sich an Studierende aus allen Fachrichtungen.
- Schulwärts! Goethe Institut
Lehramtsstudierende im B.Ed. und M.Ed. sowie angehende und bereits im Schuldienst befindliche Lehrkräfte (Immatrikulation muss nicht vorliegen) können weltweit Schulpraktika an vom Goethe-Institut betreuten Schulen (mit Fokus auf MINT-Fächern) durchführen. Die Laufzeit beträgt hierfür zwischen zwei und vier Monaten.
Die monatliche Stipendienrate beträgt 500€ und die Reisekostenpauschale beträgt 1000€.
- EU-Servicepoint Erasmus+
Das Programm richtet sich an Studierende aller Fächerkombinationen, die im Ausland ein Praktikum absolvieren möchten.
Die Laufzeit des Praktikums muss mindestens zwei Monate betragen. Die monatlichen Stipendienraten sind je nach Zielland festgelegt.
- Lehramt.International
Die Praktikumsförderung des DAAD richtet sich an Lehramtsstudierende und -absolvierende aller Fächerkombinationen. Weltweit können Sie Tätigkeiten an schulischen Einrichtungen nachgehen. Die Laufzeit beträgt für Studierende zwischen einem und sechs Monate und für Absolvent*innen drei bis zwölf Monate.
Je nach Gastland erhalten Sie eine festgelegte monatliche Stipendienrate, eine Reisekostenpauschale und einen Versicherungszuschuss.
- PROMOS–Praktikumsförderung
Für Praktika außerhalb des Erasmus+ Raums (i.e. EU, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Türkei) sowie Praktika mit einer Laufzeit zwischen 30 und 60 Tagen.
Außerdem steht Ihnen die DAAD-Stipendiendatenbank mit Ressourcen rund um das Thema Auslandspraktikum zur Verfügung.
Sprachassistent*innen arbeiten, je nach Programm und Zielland, für einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten an Sekundarschulen oder Colleges im Deutschunterricht mit. Sie unterstützen einzelne Lehrkräfte, übernehmen aber auch selbständig kleinere Lehreinheiten. Für ihre Arbeit erhalten sie eine angemessene Bezahlung bzw. ein Stipendium.
Wenn Sie eine Sprachassistenz selbst organisiert haben, können Sie alternative Fördermöglichkeiten nutzen. Folgende Programme können Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen:
- PAD Fremdsprachenassistenzkräfte (FSA)
Das Programm der KMK richtet sich an Studierende der Sprache des Ziellandes (Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch) und bietet weltweit deutsche Sprachassistenzen im Sekundar- und Hochschulbereich sowie bei extracurricularen Aktivitäten an. Die Studierenden sollten bei Einreise (je nach Zielland) mind. im Fachsemester studieren, deutsche Staatsangehörige sein und nicht älter als 29 Jahre sein (Ausnahme Frankreich: 35 Jahre).
Die Programmlaufzeit hängt vom Einsatzland ab und beträgt zwischen fünf und elf Monate. Hierbei werden je nach Gastland festgelegte monatliche Stipendienraten ausgezahlt. Zudem gibt es für einen Einsatz in den USA, Norwegen und China auch Reisekostenpauschalen.
- GET Across Borders (German Education Trainees)
Deutsche Sprachassistenz wird an schottischen Schulen durchgeführt und richtet sich an Lehramtsstudierende im B.Ed. und M.Ed. im Fach Englisch. Das Programm wird in jedem Wintersemester für sechs Monate (Sept./Okt. bis März/April) angeboten. Der Einsatz erfolgt teilweise als Deutschlehrkraft an Grundschulen. Finanziert werden ein monatlicher Unterhaltszuschuss, wobei auch eine zusätzliche Bewerbung beim EU-Servicepoint möglich ist.
- DAAD Sprachassistenzen
Für Absolvent*innen aus den Fächern Germanistik, Deutsch als Fremdsprache, einer Regionalphilologie oder ggf. anderen sozial- und geisteswissenschaftlichen gibt es weltweit die Gelegenheit, an einer ausländischen Hochschule zu unterrichten. Die Laufzeit beträgt zwischen neun und zehn Monate.
Je nach Gastland gibt es festgelegte monatliche Stipendienraten, eine Reisekostenpauschale, Versicherungen und ggf. Zuschüsse zu Sprachkursen.
Egal ob Praktikum oder Sprachassistenz im Ausland – über den EU-ServicePointkönnen Sie ein Erasmus+ Stipendium erhalten und Ihren Traum vom Auslandsaufenthalt verwirklichen. Alle immatrikulierten Studierenden der JGU, die einen Abschluss anstreben, können sich bewerben – nutzen Sie Ihre Chance!
Beachten Sie, dass der EU-ServicePoint nur die Förderung von Praktika anbietet und keine Angebote vermittelt!
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors/ der Autorin bzw. der Autoren/Autorinnen und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder die JGU Mainz wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.
Bei Praktika zwischen 30 und 60 Tagen (oder wenn keine Erasmus+ Förderung mehr möglich ist), können Sie sich im außereuropäischen und im begrenzten Umfang europäischen Ausland auf eine Förderung durch PROMOS bewerben. Das Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden deutscher Hochschulen unterstützt Stipendiat*innen in Form eines Teilstipendiums, das die Kosten für Mobilität und den Aufenthalt abdeckt. Bewerben können sich immatrikulierte Studierende der JGU, die mindestens im zweiten Fachsemester studieren. Gute Sprachkenntnisse der Arbeits- oder Landessprache werden empfohlen. Eine Förderung darf nur erfolgen, wenn für die betreffende Region keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht.
PROMOS-Förderung kann zusätzlich zu AuslandsBAföG und dem Deutschlandstipendium bezogen werden. Eine Kombination mit anderen Stipendien ist möglich, darf aber nicht zu einer Doppelförderung führen. Setzen Sie sich bei Fragen gerne mit uns in Verbindung. Die genaue Höhe der PROMOS-Fördersätze erfahren Sie hier:
Stipendiat*innen werden aufgrund der eingereichten Bewerbungsunterlagen ausgewählt. Wichtig hierbei sind die akademische Qualifikation, eine eindeutig dargestellte Motivation für den Praktikumsaufenthalt und dessen Relevanz, sowie das soziale, kulturelle und politische Engagement der Bewerber*innen. Darüber hinaus wird darauf geachtet, dass Stipendiat*innen die JGU Mainz im Ausland würdig vertreten können.
Beachten Sie bei der Planung Ihres Auslandspraktikums und der Bewerbung auf ein PROMOS-Stipendium die folgenden Bewerbungsfristen:
- für Praktika in der ersten Jahreshälfte: 15. Oktober
- für Praktika in der zweiten Jahreshälfte: 31. März
Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 oder einer chronischen Erkrankung, die im Rahmen des PROMOS-Projekts eine Förderung erhalten, können einen Beihilfeantrag stellen.
Ein Sonderbedarf für PROMOS-Geförderte mit Behinderung kann in Höhe von bis zu 10.000 Euro als zuwendungsfähig anerkannt werden, wenn es sich um auslandsbedingte Mehrausgaben handelt und andere zuständige Stellen (z.B. Sozialversicherungsträger) nach vorhergehender Prüfung keine finanzielle Unterstützung gewähren.
Zum Antrag, der in Textform (z.B. E-Mail) an das programmführende Fachreferat im DAAD zu richten ist, müssen folgende Dokumente eingereicht werden:
- Kopie eines Behindertenausweises (Grad der Behinderung mindestens
50 Prozent) - Tabellarische Aufstellung der voraussichtlichen Ausgaben
- Nachweis, dass eine andere zuständige Stelle keine finanzielle
Unterstützung leistet
Die Bewilligung erfolgt über einen gesonderten Zuwendungsvertrag (Bewilligungsschreiben). Alle Anfragen zu dieser Thematik bedürfen einer Einzelfallprüfung durch den DAAD. Der Kontakt mit dem programmführenden Fachreferat im DAAD kann über das PROMOS-Büro der Abteilung Internationales an der JGU vermittelt werden. Allgemeine Informationen, Antworten und Links zur Mobilität von Studierenden mit Behinderung oder chronischer Krankheit während ihres Auslandsaufenthalts können der entsprechenden Website des DAAD entnommen werden.
Wenn Sie ein Auslandspraktikum während des Studiums planen, das in Ihrem Curriculum verpflichtend vorgeschrieben ist, können Sie sich für Auslands-BAföG bewerben. Dabei handelt es sich wie beim regulären BAföG um eine vom deutschen Staat vergebene Förderung, die es möglichst vielen Studierenden ermöglichen soll, Auslandserfahrungen zu sammeln. Auch wenn Sie in Deutschland kein BAföG erhalten, können Sie die Kriterien für die Förderung im Ausland erfüllen. Welches BAföG-Amt oder Studierendenwerk in Deutschland für Sie bezüglich des AuslandsBAföG zuständig ist, ergibt sich durch Ihr Zielland. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
In bestimmten Ländern wird bei einem Auslandspraktikum von Ihnen eine convention de stage oder ein convenio de practicas verlangt. Hierbei handelt es sich um einen Vertrag zwischen Ihnen, dem*r Praktikumsgeber*in und der JGU. Der Vertrag regelt wichtige Verpflichtungen zwischen Ihnen und dem*r Praktikumsgeber*in. Aus versicherungsrechtlichen Gründen muss die JGU ebenfalls unterzeichnen.
Bitte nutzen Sie die Vertragsvorlage. Vorlagen anderer Stellen können aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht akzeptiert werden. Für Vertragsvorlagen in anderen Sprachen kontaktieren Sie bitte Europa ohne Erasmus+.
Wenn Sie eine convention de stage für ein Praktikum in Frankreich benötigen, beachten Sie bitte Folgendes und gemäß der Reihenfolge vor:
Bei Fragen zur Convention de Stage.
Bei Fragen rund um Erasmus+ Bewerbungsverfahren für Praktika, Förderung usw.
Bei Aufenthalten, die über FORTHEM gefördert werden.
Bei Fragen zu Aufenthalten, die über PROMOS gefördert werden.