Kulturanthropologie/Volkskunde (M.A.)

Das Wichtigste auf einen Blick:

 

Abschluss:

Master of Arts (M.A.)

Regelstudienzeit:

4 Semester

Studienbeginn:

Winter- und Sommersemester

Zulassungsbedingungen:

im 1. Fachsemester universitätsintern zulassungsbeschränkt

Bewerbung:

über das Studierendensekretariat der JGU

zum Bewerbungsverfahren

Bewerber/innen mit ausländischen Zeugnissen:Unterrichtssprache: Deutsch
Erforderlicher Sprachnachweis: DSH-2

Bewerbungsfrist:

Wintersemester: 01.04. - 15.05.

Sommersemester: 01.10. - 15.11.

vorausgehende Bachelor:

Kulturanthropologie (B.A.)

Filmwissenschaft (B.A.)

Theaterwissenschaft (B.A.)

Homepage:

Instituts für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft

Fachbereich:

Fachbereich 05 - Philosophie und Philologie

Prüfungsordnung:

Die Prüfungsordnung regelt die Anforderungen, Verfahren und Bewertung der Modulprüfungen und Abschlussmodulprüfungen.

Akkreditierung:

Die Akkreditierung stellt in Rheinland-Pfalz die Voraussetzung zur Einrichtung und Weiterführung von Studiengängen dar.

Gegenstand

Zentrales Arbeitsfeld der Kulturanthropologie/Volkskunde (andernorts auch als Volkskunde, Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft oder Populäre Kulturen bezeichnet) ist die Analyse kultureller Phänomene und Prozesse in ihren sozialen, geschlechtsspezifischen, lokalen, regionalen und zeitlichen Bezügen. Ein Kulturbegriff „im weitesten ethnographischen Sinne“ (E. B. Tylor) dient dabei als Ausgangspunkt der Forschungen. Im kontrastiven Vergleich zwischen „Eigenem“ und „Fremdem“ geht es vor allem darum, kulturelle Ordnungssysteme des Alltags in Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen. Wie Menschen ihr Zusammenleben gestalten, welche Bilder sie von sich und ihrer Umwelt entwerfen, sind zentrale Gegenstände des Faches. Da sich diese Fragen auf die Lebenswelten von Menschen in eher komplexen Gesellschaften konzentrieren, kommt den für diese sozialen Milieus typischen Kommunikations- und Vermittlungsprozessen eine besondere Bedeutung zu.

Der Masterstudiengang an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität baut auf einem forschungsorientierten Konzept auf. Ziel dieses Studienangebotes ist es, an die spezifischen Inhalte des Mainzer B.A.-Studiengangs „Kulturanthropologie/Volkskunde“ im integrierten Studienbereich „Kultur Theater Film“ anzuknüpfen und eine intensive Ausbildung im Sinne einer historischen und gegenwartsbezogenen Alltagskulturforschung auf vergleichender Grundlage zu gewährleisten. Kernstück des Masterstudiengangs ist die Durchführung angeleiteter Studienprojekte, die nach dem Grundsatz des forschenden Lernens bzw. Lehrens konzipiert sind. Sie garantieren den Studierenden die Anwendung relevanter Forschungspraktiken und bieten zudem die Möglichkeit, schon während des Studiums Beziehungen zu späteren beruflichen Tätigkeitsfeldern aufzubauen sowie eine erfolgsorientierte wissenschaftliche Teamarbeit einzuüben.

Studienaufbau

Der Mainzer Masterstudiengang „Kulturanthropologie/Volkskunde“ ist als konsekutives Studienangebot zu verstehen. Während der B.A. eine breitgefächerte kultur- und medienwissenschaftliche Grundausbildung garantiert, bietet das Masterprogramm eine fachwissenschaftliche Spezialisierung, bei der gleichwohl das interdisziplinäre Arbeiten und Studieren beibehalten werden. Da der Mainzer B.A. aufgrund der starken Vernetzung zwischen den Fächern Kulturanthropologie/Volkskunde, Film- und Theaterwissenschaft national und international ein nahezu einmaliges Studienangebot darstellt, wurde bei der Konzeption des Masterstudiengangs sehr darauf geachtet, Fach- und Hochschulwechslern einen reibungslosen Einstieg in das weiterführende Studium zu gewährleisten. Ermöglicht wird dieser Zugang durch die Verknüpfung ausgewählter Studieninhalte aus beiden Studiengängen, ohne diese zu doppeln.

Im Modul 01 bekommen Masterstudierende die Aufgabe, unter Anleitung erfahrener Dozenten Bachelorstudierende in den integrierten Modulen zu unterrichten (Lehrübung) und auf diesem Wege wichtige didaktische Kompetenzen zu erwerben. Darüber hinaus können Fach- oder Hochschulwechsler gezielt Studieninhalte nacharbeiten. Das Modul 02 dient ebenfalls der Wiederholung und Vertiefung von Inhalten, wobei die behandelten Themen nun auf einem deutlich höheren Abstraktions- und Reflexionsniveau diskutiert werden als im B.A. Modul 03 ist als Öffnung gegenüber klassischen Nachbardisziplinen des Faches Kulturanthropologie/Volkskunde mit dem Ziel der interdisziplinären Bereicherung gedacht. Hier bestehen derzeit Kooperationsvereinbarungen mit sechs Fächern (Amerikanistik, Ethnologie, Filmwissenschaft, Germanistik, Geschichtswissenschaften, Theaterwissenschaft).

Im Mittelpunkt des 2. und 3. Semesters steht die Realisierung des Studienprojektes, welches von der ersten Idee bis hin zur abschließenden Pressemitteilung unter berufspraktischen Bedingungen durchgeführt werden soll. Dieses seit vielen Jahren bewährte Modell findet in dem vorliegenden Masterprogramm in der Weise Berücksichtigung, dass zwei gewichtige Module (04 und 07) für die Durchführung eines größeren Projektes reserviert sind. In den dazugehörigen Lehrveranstaltungen werden die Inhalte des Projektes erarbeitet und diskutiert, die einzubringenden Theorien und Methoden erprobt und schließlich die Realisierung des Unterfangens begleitet. Zwei Lehrende der Abteilung werden sich bei der Durchführung dieser Projekte jeweils die Aufgaben teilen und durch ihre intensive Begleitung den Erfolg der zweisemestrigen Arbeit garantieren, dem gerade in der Zusammenarbeit mit außeruniversitären Partnern eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zukommt. Da jedes Projekt entweder stärker historisch oder mehr auf die Gegenwart hin ausgerichtet ist, wurde daneben das Modul 05 konzipiert, das eine praktische Einführung in die durch das eigentliche Studienprojekt zurückgestellten Arbeitsfelder, Theorien und Methoden bieten wird. Diese Lösung garantiert, dass alle Studierenden sowohl mit den Theorien und Methoden einer historischen Arbeitsweise vertraut gemacht werden als auch mit denen der empirischen Kulturwissenschaft. Die Module 06 und 08 ergänzen die bisherigen Inhalte durch eine fachspezifische Perspektivierung zentraler Fragestellungen der Medien- und Kulturwissenschaften.

Idealerweise gewinnen die Master-Studierenden im Laufe ihrer Projektarbeit und durch die Beschäftigung mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen in den zuletzt genannten Modulen Anregungen für ihre Abschlussarbeit, die im 4. Semester anzufertigen ist. Es ist daran gedacht, dass Masterarbeiten auch im Team verfasst werden können, sofern die individuellen Leistungen ersichtlich bleiben. Immerhin ist ein großer Teil der Bemühungen im Rahmen der Ausbildung darauf ausgerichtet, Teamfähigkeit als Kompetenz bei den Studierenden auszubilden, und zwar unter dem Eindruck, dass diese im modernen Arbeitsleben von entscheidender Bedeutung ist.

Der skizzierte Studienverlauf orientiert sich an einem Studienbeginn zum Wintersemester. Bei den Planungen wurde ebenfalls ein Einstieg zum Sommersemester berücksichtigt. In diesem Falle verschiebt sich allerdings die anfängliche Orientierungs- und Vertiefungsphase auf das 3. Semester und die Projektarbeit steht am Beginn des Studiums.

1. oder 3. Semester
Modul 01: Forschungsorientiertes Vertiefungsmodul I
Modul 02: Forschungsorientiertes Vertiefungsmodul II
Modul 03 (Importmodul): Theoretische und methodische Ansätze aus Nachbardisziplinen

2. oder 1. Semester
Modul 04: Projekt „Forschendes Lernen I“
Modul 05: Empirische Übungen in historischen oder rezenten Untersuchungsfeldern
Modul 06: Alltagskulturelle Forschungsperspektiven I

3. oder 2. Semester
Modul 07: Projekt „Forschendes Lernen II“
Modul 08: Alltagskulturelle Forschungsperspektiven II

4. Semester
Modul 09: Abschlussmodul (Master-Arbeit)
Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Module finden Sie in den Modulhandbüchern.

Zugangsvoraussetzungen

Nachweis eines Bachelorabschlusses im Fach Kulturanthropologie/Volksunde oder in einem verwandten Fach (z.B. Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft, Populäre Kulturen, Historische Anthropologie, Cultural Anthropology, Social Anthropology) oder eines gleichwertigen Studienabschlusses an einer Hochschule in Deutschland oder im Ausland.

Bei Studienbewerberinnen oder Studienbewerbern, die weder ihre Hochschulzugangsberechtigung an einer deutschsprachigen Einrichtung noch einen Abschluss in einem deutschsprachigen Studiengang erworben haben, ist der Nachweis von Deutschkenntnissen auf dem Niveau der „Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber (DSH)“ erforderlich.

Fremdsprachenkenntnisse

Es wird vorausgesetzt, dass die Studierenden über ausreichende aktive und passive englische Sprachkenntnisse verfügen, die zur Lektüre englischsprachiger Fachliteratur und zur Teilnahme an Lehrveranstaltungen in englischer Sprache befähigen; dies umfasst nicht das Anfertigen von schriftlichen Studienleistungen sowie von Prüfungsleistungen in englischer Sprache.

Auswahlverfahren

Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt: Sofern mehr Bewerbungen eingehen als freie Studienplätze vorhanden sind, werden 80% der Studienplätze nach der Note des vorausgehenden Hochschulabschlusses und 20% der Studienplätze nach Wartezeit vergeben (gilt für das 1. Fachsemester). Bitte beachten Sie auch die Hinweise bei einer Bewerbung noch vor Abschluss des Bachelorstudiengangs.

Praktika

Praktika als wichtige Schnittstelle zwischen Universität und Beruf helfen Ihnen sowohl bei Ihrer Berufs- als auch bei Ihrer Studienplanung. Sie lernen mögliche Berufsfelder kennen, wenden im Studium erworbenes Wissen praktisch an und können während des Praktikums feststellen, ob der Arbeitsalltag Ihren beruflichen Vorstellungen und Interessen entspricht. Praktika vermitteln zudem wichtige Zusatzqualifikationen, erste Berufserfahrungen und Kontakte zu potentiellen späteren Arbeitgebern.

Weitere Informationen rund ums Praktikum sowohl im Inland als auch im Ausland erhalten Sie im Portal des Career Service und bei der Studienfachberatung bzw. in den Fragen I Antworten.

Auslandsstudium

Ein Auslandsstudium erfolgt in der Regel in Form eines Auslandssemesters oder eines ganzen Studienjahres. Es kann individuell organisiert werden, d.h. der/die Studierende wählt eine Hochschule im Ausland, die den eigenen Bedürfnissen entspricht, und finanziert den Studienaufenthalt selbst oder über Auslands-BAföG. Darüber hinaus gibt es im Rahmen von Bildungsprogrammen mehr oder minder fest organisierte Auslandsstudienaufenthalte an ausländischen Hochschulen, die in der Regel durch ein Stipendium gefördert werden. Die Konzeption der Module erlaubt nach jedem Semester einen Auslandsaufenthalt. Besonders empfohlen wird dieser allerdings vor bzw. nach Abschluss des Studienprojektes (Modul 04 und 07).

Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf unseren Seiten zu Auslandsaufenthalten. Für Informationen zum Erasmus+-Programm der Kulturanthropologie/Volkskunde wenden Sie sich frühzeitig an die entsprechenden Ansprechpartner/innen.

Information | Beratung | Orientierung

Beratung zur Studienwahl, Bewerbung, etc. erhalten Sie bei der Zentralen Studienberatung.

Für fachspezifische Informationen und Beratung zur Studienplanung und Anerkennungen im Fach, wenden Sie sich an die Studienfachberatung.

Die Studienbüros sind organisatorische Einheiten innerhalb der Fachbereiche, die für die studienbezogene Verwaltung in den einzelnen Fächern zuständig sind. Sie sind damit Ihre erste Anlaufstellen bei organisatorischen Fragen zur Stundenplangestaltung (Lehrveranstaltungsmanagement) oder zur Anmeldung für Prüfungen in den Bachelor-/Master-Studiengängen (Prüfungsmanagement).

Informationen aus studentischer Sicht vermitteln die Fachschaften.

Berufsfelder

Über die potenziellen Berufsfelder von Absolvierenden des Faches Kulturanthropologie/Volkskunde gibt es ziemlich genaue Erkenntnisse. Eine im Jahr 1998 veröffentlichte Befragung von 777 Studierenden des Faches ergab die folgenden angestrebten Arbeitsgebiete: Medien (45,9%), Kulturarbeit (43,8%), Museum (34,1%), Kulturmanagement (25,4%), Wissenschaft/Universität (20,5%), Tourismus (14,8%), Denkmalschutz (13,1%), Archiv, Dorfentwicklung, Schule, Wirtschaft (jeweils 10% oder weniger). Eine im Jahr 2010 erschienene Absolventenstudie für Mainz belegt, dass die beliebtesten Berufsfelder tatsächlich auch die am häufigsten vertretenen sind, und zwar in folgender Reihung in der Spitzengruppe: Medien, Museum, Bildungsinstitutionen, Marketing. Insgesamt kommt die Verfasserin besagter Studie zu dem Ergebnis, dass die Ausbildung in diesem geisteswissenschaftlichen Fach eine Vielzahl von Chancen eröffnet, die vielen Absolvierenden in der Vergangenheit einen guten Karrierestart ermöglicht haben.

Datenbank mit aktuellen Informationen zu Tätigkeitsfeldern: www.berufenet.arbeitsagentur.de