Politische Ökonomie und Internationale Beziehungen (M.A.)

(neuer Studiengang ab Wintersemester 2017/2018)

Das Wichtigste auf einen Blick:

 

Abschluss:

Master of Arts (M.A.)

Regelstudienzeit:

4 Semester

Studienbeginn:

Wintersemester. Sollten im Wintersemester Plätze frei bleiben, werden diese zum Sommersemester vergeben.

Zulassungsbedingungen:

im 1. Fachsemester universitätsintern zulassungsbeschränkt

Bewerbung:

über das Studierendensekretariat der JGU

zum Bewerbungsverfahren

Bewerber/innen mit ausländischen Zeugnissen:Unterrichtssprache: Deutsch
Erforderlicher Sprachnachweis: DSH-2

Bewerbungsfrist:

Wintersemester: 01.04. - 15.05.

Sommersemester: 01.10. - 15.11.

vorausgehende Bachelor:

Politikwissenschaft (B.A.)

Homepage:

Institut für Politikwissenschaft - Masterstudiengänge

Fachbereich:

Fachbereich 02 - Sozialwissenschaften, Medien und Sport

Prüfungsordnung:

Die Prüfungsordnung regelt die Anforderungen, Verfahren und Bewertung der Modulprüfungen und Abschlussmodulprüfungen.

Akkreditierung:

Die Akkreditierung stellt in Rheinland-Pfalz die Voraussetzung zur Einrichtung und Weiterführung von Studiengängen dar.

Gegenstand

Handlungs- und Gestaltungsspielräume demokratischer Politik werden in jüngerer Zeit immer häufiger in Frage gestellt:

Die Erwartungen der Bürger an den Staat gehen weit über die Produktion innerer, äußerer und sozialer Sicherheit hinaus; vielmehr steht die Verteilung von Wohlstand, die Regulierung von Märkten und die Produktion einer Vielfalt von anderen öffentlichen Gütern wie etwa Verbraucher-, Umwelt- und Datenschutz im Vordergrund. Politische Entscheidungen werden folglich unter Bedingungen hoher Komplexität und angesichts einer Vielzahl um Berücksichtigung konkurrierender Interessen getroffen.

Zudem können Nationalstaaten aufgrund von Globalisierungsprozessen und zunehmender zwischenstaatlicher Interdependenz de facto immer weniger als souveräne Akteure aufgefasst werden, die selbstbestimmt ihre Angelegenheiten im Inneren und ihre Beziehungen nach außen regeln. Vielmehr müssen wir sie als vernetzte und in vielerlei Hinsicht abhängige Akteure begreifen, deren Entscheidungsspielräume sich in einem komplexen Geflecht inter- und supranationaler Beziehungen verringern.

Diese offensichtlichen Grenzen staatlicher Handlungsspielräume weisen zugespitzt auf eine zentrale Frage hin: Über welche Gestaltungs- und Steuerungsmöglichkeiten verfügen politische Akteure diesseits und jenseits nationaler Grenzen in einer politisch und ökonomisch globalisierten und vernetzten Welt?

Mit dieser Frage setzen sich die Studierenden im Masterstudiengang "Politische Ökonomie und Internationale Beziehungen“ auf der Grundlage aktuellster Forschungsergebnisse theoriegeleitet und methodisch fundiert auseinander.

Studienaufbau

Der MA „Politische Ökonomie und Internationale Beziehungen“ gliedert sich in acht Module:

Modul 1: Politikwissenschaftliche Forschungsmethoden

Hier lernen die Studierenden die Vielzahl von Methoden kennen, die zur Analyse, Erklärung und Bewertung der Zusammenhänge zwischen Politik und Ökonomie diesseits und jenseits nationaler Grenzen zum Einsatz kommen. Des Weiteren beschäftigen sie sich mit den wissenschaftstheoretischen Grundlagen dieser Methoden und den Anforderungen an ein angemessenes Forschungsdesign.

Modul 2: Politische Institutionen und Prozesse

Schwerpunkt dieses Moduls bilden Theorien und empirische Befunde zur Entstehung und Entwicklung, zum Funktionieren und zur Performanz von (liberalen) Demokratien und Autokratien, und zwar in europäischen und außereuropäischen Ländern sowie im internationalen Vergleich. Besonderes Augenmerk gilt hier der Entstehung und Entwicklung von Institutionen speziell im Spannungsverhältnis zwischen Politik und Wirtschaft.

Modul 3: Normative und positive Theorie

In diesem Modul geht es um die Vertiefung und kritische Reflektion der theoretischen Grundlagen des Fachs im Allgemeinen und der Politischen Ökonomie und der Internationalen Beziehungen im Besonderen. Die Studierenden beschäftigen sich mit den sozialtheoretischen Grundlagen der Politikwissenschaft, also etwa mit Entscheidungs- und Handlungstheorien, Public Choice und der Logik kollektiven Handelns, aber auch mit politikphilosophischen Theorien, etwa zu Problemen der (internationalen) Verteilungsgerechtigkeit.

Modul 4: Politische Ökonomie und Wohlfahrtsstaatlichkeit

Welche Möglichkeiten hat die Politik, ökonomische und soziale Entwicklungen zu steuern? Wo finden die Gestaltungsmöglichkeiten der Politik ihre Grenzen? Wie kommen Gesetze in zentralen Politikfeldern wie der Wirtschafts-, Sozial-, Gesundheits- oder Finanzpolitik zustande?  Speziell: Wie entwickelt und wandelt sich Wohlfahrtsstaatlichkeit im internationalen Vergleich? Das sind einige der Fragen, mit denen sich die Studierenden in diesem Modul beschäftigen.

Modul 5: Internationale Politik und Europäische Integration

Die Internationalen Beziehungen im Allgemeinen und das Verhältnis zwischen den Mitgliedern der Europäischen Union im Besonderen scheinen einem epochalen Wandel unterworfen zu sein. Die Analyse und Erklärung dieser Entwicklung setzt eine vertiefte Auseinandersetzung mit den zentralen Forschungsansätzen, Theorien und Befunden der Internationalen Politik und der Europäischen Integration voraus. Darum geht es in diesem Modul.

Modul 6: Inhaltliche Vertiefung mit interdisziplinärer Orientierung

Zur Analyse des Spannungsverhältnisses zwischen Politik und Wirtschaft im nationalen und internationalen Kontext lohnt ein Blick über den Tellerrand. Deshalb vertiefen die Studierenden die Inhalte eines Seminars, das sie am Institut für Politikwissenschaft besuchen, indem sie eine dazu passende Vorlesung aus einem unserer Nachbarfächer hören, etwa  bei den Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften, der Soziologie oder Publizistik, der Geschichtswissenschaft oder der Amerikanistik, der Philosophie oder der Psychologie.

Modul 7: Praxismodul

Die Studierenden haben die Wahl: Sie können entweder ein neunwöchiges Praktikum in einem politiknahen Bereich absolvieren ODER im Umfang von insgesamt 12 Leistungspunkten

  • an Lehrveranstaltungen aus dem BA Politikwissenschaft zu fachspezifischen Methodenanwendungen (Aufbaumodul I) und/oder zu Berufsfeldqualifikationen (Praxismodul) teilnehmen,
  • Lehrveranstaltungen, die an der JGU außerhalb der Politikwissenschaft angeboten werden, besuchen (etwa das Master-Angebot des Studium Generale oder Sprach- bzw. EDV-Kurse) oder
  • diese Lehrveranstaltungen mit einem kürzeren Praktikum kombinieren.

Modul 8: Abschlussmodul

Die Studierenden nehmen an einem Kolloquium teil, verfassen die Masterarbeit und legen eine 45-minütige mündliche Prüfung ab … und sind Masters of Arts in Politischer Ökonomie und Internationalen Beziehungen.

Zugangsvoraussetzungen

  • Nachweis eines Bachelorabschlusses mit mindestens 60 Leistungspunkten im Fach Politikwissenschaft oder eines anderen Abschlusses an einer Hochschule in Deutschland oder im Ausland, der sich davon nicht wesentlich unterscheidet.
  • Nachweis von Kenntnissen in Statistik und Methoden der empirischen Sozialforschung/empirischen Politikforschung im Umfang von mindestens 6 Leistungspunkten.

Im Falle einer Bewerbung noch vor Abschluss des Bachelorstudiengangs müssen von den geforderten fachspezifischen Leistungspunkten mindestens zwei Drittel bis zum Ende der Bewerbungsfrist nachgewiesen werden.

  • Sprachkenntnisse: Es wird vorausgesetzt, dass die Studierenden über ausreichende aktive und passive englische Sprachkenntnisse verfügen, die zur Lektüre englischsprachiger Fachliteratur, zur Teilnahme an Lehrveranstaltungen in englischer Sprache sowie gegebenenfalls zur Anfertigung schriftlicher Leistungen in Englisch befähigen.

Auswahlverfahren

Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt: Sofern mehr Bewerbungen eingehen als freie Studienplätze vorhanden sind, werden 80% der Studienplätze nach der Note des vorausgehenden Hochschulabschlusses und 20% der Studienplätze nach Wartezeit vergeben (gilt für das 1. Fachsemester). Bitte beachten Sie auch die Hinweise bei einer Bewerbung noch vor Abschluss des Bachelorstudiengangs.

Fremdsprachenkenntnisse

Die Verkehrssprache der Politikwissenschaft ist Englisch. Das bedeutet, dass Studierende über ausreichende Englischkenntnisse verfügen müssen, um anspruchsvolle englischsprachige Fachliteratur verarbeiten, am wachsenden englischsprachigen Veranstaltungsangebot des Instituts teilnehmen und dort auch gegebenenfalls schriftliche Leistungen erbringen zu können.

Auslandsstudium

Das Institut für Politikwissenschaft unterhält Austauschbeziehungen zu zahlreichen Partneruniversitäten im Rahmen des Erasmus-Programms der EU. Mehr Informationen dazu finden Sie unter: politik.uni-mainz.de/studium/internationales/erasmus/outgoings/

Ein Auslandsstudium kann aber auch individuell organisiert werden, d.h. der/die Studierende wählt eine Hochschule im Ausland, die den eigenen Bedürfnissen entspricht, und finanziert den Studienaufenthalt selbst oder über Auslands-BAföG. Das Institut für Politikwissenschaft sowie die Abteilung Internationales der Universität leisten dabei gerne Hilfestellungen.

Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf unseren Seiten zu Auslandsaufenthalten.

Praktika

Weitere Informationen rund ums Praktikum sowohl im Inland als auch im Ausland erhalten Sie im Portal des Career Service.

Information | Beratung | Orientierung

Beratung zur Studienwahl, Bewerbung, etc. erhalten Sie bei der Zentralen Studienberatung.

Für fachspezifische Informationen und Beratung zur Studienplanung und Anerkennungen im Fach, wenden Sie sich an die Studienfachberatung.

Die Studienbüros sind organisatorische Einheiten innerhalb der Fachbereiche, die für die studienbezogene Verwaltung in den einzelnen Fächern zuständig sind. Sie sind damit Ihre erste Anlaufstellen bei organisatorischen Fragen zur Stundenplangestaltung (Lehrveranstaltungsmanagement) oder zur Anmeldung für Prüfungen in den Bachelor-/Master-Studiengängen (Prüfungsmanagement).

Informationen aus studentischer Sicht vermitteln die Fachschaften.

Berufsfelder

Unter Bedingungen gesellschaftlicher Komplexität sowie zunehmender Globalisierung und Internationalisierung werden Absolventen und Absolventinnen nachgefragt,

- die selbständig denken können und gleichzeitig teamfähig sind,

- die in der Lage sind, politische und ökonomische Zusammenhänge im nationalen und internationalen Kontext zu analysieren, kritisch zu reflektieren und ihre Ergebnisse in konkrete Lösungsvorschläge zu übersetzen sowie

- darüber nachvollziehbar und ansprechend zu kommunizieren.

Diese bilden wir im Rahmen des MA „Politische Ökonomie und Internationale Beziehungen“ aus.

Damit befähigen wir sie konkret zu Tätigkeiten in diesen Berufsfeldern:

- in der Politik: als wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Parteien, Fraktionen, bei Abgeordneten, in Ministerien, Regierungsbehörden, internationalen Organisationen, Nicht-Regierungsorganisationen;

- in politiknahen Bereichen: in politischen Stiftungen, im politischen Journalismus und in der Politikberatung;

- in der Markt- und Meinungsforschung, der Öffentlichkeitsarbeit, in Unternehmensberatungen und anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen, und selbstverständlich

- in der Wissenschaft: als wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an Universitäten, Fachhochschulen und privaten Forschungseinrichtungen.

Einen Überblick über mögliche Berufsfelder bietet die Digitale Plattform Berufseinstieg Internationale Politik.

Datenbank mit aktuellen Informationen zu Tätigkeitsfeldern: www.berufenet.arbeitsagentur.de